| « zurück |
Die schönste Seereise der Welt
Entspannend und unvergesslich: Die Reise mit einem Postschiff von Hurtigruten entlang der Fjorde Norwegens bis zum Nordkap.
Komfortabel und gemütlich Am Kai steht die MS Trollfjord, eines der neusten und grössten Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft Hurtigruten (wird ausgesprochen wie «Hürtirüten»). Lange ist es her, seitdem karge Postschiffe den Personen- und Frachtverkehr entlang der zerklüfteten norwegischen Atlantikküste sicherstellten. Zwar werden immer noch Post, Fracht und Teilstrecken-Passagiere befördert, rund 70 Prozent der Gäste sind aber Touristen, welche diese grandiose Küste erleben möchten. Die Schiffe der neuen Generation sind deshalb recht komfortabel.
Die Kabinen sind relativ geräumig und mit Dusche und WC versehen. Das Restaurant und das Café sind grosszügig gestaltet und sauber, es gibt eine Spielecke für Kinder, der Panoramasalon mit den grossen Fenstern bietet tolle Ausblicke, die man ein erstes Mal bei der abendlichen Ausfahrt aus dem Hafen von Bergen geniessen kann. Nach dem Abendessen im Sonnenschein legen sich die meisten Passagiere schlafen. Es geht darum, fit für das erste Highlight zu sein. Morgen geht es in den weltberühmten Geirangerfjord!
Unesco-Weltnaturerbe Die während der Nacht von den Passagieren meist unbemerkt angefahrenen Häfen liegen beim Frühstück längst hinter uns. Jetzt heisst es rauf aufs Oberdeck. Die Fahrt durch das Unesco-Weltnaturerbe Geirangerfjord ist atemberaubend. Die parallelen Wasserfälle der «sieben Schwestern», verlassene Bauernhöfe an den Steilhängen des Fjords und die einladende Ortschaft am Ende des Fjords sind einzigartige Fotosujets.
Bei der Rückkehr bleibt leider nur wenig Zeit für einen Blitzbesuch der Hafenstadt Ålesund, und schon geht’s weiter Richtung Molde. Zwar fehlt es auf den Hurtigruten im Gegensatz zu «reinen» Kreuzfahrtschiffen weitgehend an musikalischer oder theatralischer Unterhaltung. Macht nichts: Es gibt gemütliche Bars, in unserem Fall mit einem Gitarrenspieler zur Unterhaltung, und nach dem Absacker geht’s bald in die Kabine zurück. Frische Seeluft macht müde!
Über den Polarkreis Am nächsten Morgen legen die MS Trollfjord in Trondheim an. Die drittgrösste Stadt Norwegens ist vor allem wegen dem Nidarosdom, der früheren Krönungsstätte der norwegischen Könige, einen Besuch wert. Ein Ausflug mit einer geführten Gruppe lohnt sich, um nichts zu verpassen. Zurück auf dem Schiff empfiehlt es sich, die nun kommende längere Seepassage mit einem Besuch des Whirlpools auf dem Oberdeck zu überbrücken. Trotz sommerlichem Wetter ist es recht kühl, und man muss mit Badekleidern recht weit vom Innenraum bis zum Whirlpool laufen. Dafür ist das Eintauchen ins warme Wasser umso herrlicher!
Am nächsten Tag wird beim Frühstück mitgeteilt, dass wir nach Auslaufen von Nesna gegen 07:15 Uhr den nördlichen Polarkreis überquert haben. Ab jetzt gibt es die «echte» Mitternachtssonne zu sehen, sofern das Wetter mitspielt. Zunächst jedoch gibt es eine Zeremonie auf dem Oberdeck. Der Kapitän ist mit dabei, es gibt Aquavit sowie ein Zertifikat der Überquerung des Polarkreises für alle Anwesenden, und wer will, kann sich sogar «taufen» lassen – mit einem Schöpflöffel voll Eiswasser, welches von lachenden Matrosen in den Nackengeschüttet wird. Der kurze Kälteschock lohnt sich schon nur der lustigen Fotos wegen…
Schroffe Lofoten Später am Abend erreicht das Schiff die Lofoten. Dank dem langen Polarabend lässt sich der Anblick der schroffen Inselgruppe auch zu später Stunde noch geniessen und fotografieren. Im Hauptort Svolvaer gibt es eine Stunde Zeit für einen Besuch an Land. Hier kommt auch eine «Kaffegjeng» (= Kaffee-Gang) an Bord, also eine Gruppe Einheimischer, die in der Schiffs-Cafeteria Kaffe trinkt, Zeitung liest oder mit der Besatzung oder Touristen plaudert. Alles normal und in Ordnung, solange die Leute vor der Abfahrt auch wieder von Bord gehen.
Es folgt ein weiteres Highlight: Kurz nach Svolvaer wird der Trollfjord, eine bis zu 100 Meter schmale Passage des Raftsund befahren. Links und rechts des Schiffes steil aufragende Wände, getaucht ins Licht der Mitternachtssonne… Wohl alle Passagiere sind dieses Mal auf dem Oberdeck und staunen.
Auf zum Nordkap Höhepunkt von Tag 5 ist der Besuch in Tromsö. Das «Paris des Nordens» ist jede Minute des vierstündigen Aufenthalts wert. Die Eismeerkirche, das Stadtzentrum, die Einwohner – so viel urbane Kultur hätte man am 70. nördlichen Breitengrad nicht erwartet. Und dabei wartet die weltweit nördlichste Stadt noch auf uns: Hammerfest wird frühmorgens am nächsten Tag angefahren; nur wenige nutzen den 1,5-Stunden-Aufenthalt für einen Besuch der 10’000-Seelen-Stadt im Hohen Norden.
Man will nämlich fit sein fürs nächste Highlight: In Honningsvåg heisst es alle aussteigen – keiner will den Ausflug zum Nordkap verpassen. Es ist zwar Mittagszeit, sodass man nur erahnen kann, dass hier zurzeit die Sonne gar nicht untergeht (insgesamt über zwei Monate lang nicht). Immerhin scheint die Sonne, sodass die Fotos mit der eisernen Weltkugel auf dem wohl berühmtesten Schieferplateau der Welt allesamt gut gelingen.
Zielhafen Kirkenes Wobei das Nordkap gar nicht der nördlichste Punkt der Reise ist. Erst am späteren Abend in Mehamn befinden wir uns am nördlichsten Hafen, der von Hurtigrutenschiffen angelaufen wird. Es geht weiter durch die Barentssee bis zum Zielort Kirkenes. Hier ist man noch 10 km von Russland und 35 km von Finnland entfernt. Die Stadt bietet vor allem Kriegsdenkmale und, etwas angenehmer, herrlich frische Königskrabben. Und sie ist normalerweise Ort der Umkehr: Entweder man fliegt ab hier heimwärts, oder bleibt auf dem Schiff und macht die ganze Reise nochmals in südlicher Richtung.
Jean-Claude Raemy
Das sind die Spezialisten
Reisen mit Hurtigruten können in jedem guten Reisebüro gebucht werden und direkt bei:
Glur Reisen AG, Spalenring 111, 4009 Basel (Tel. 061 205 94 94, hurtigruten@glur.ch), oder
Kontiki-Saga Reisen AG, Wettingerstrasse 23, 5400 Baden (Tel. 056 203 66 66, info@kontiki.ch)
