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Die Karibik macht glücklich
Das Angebot an Schiffsreisen in der Karibik ist riesig. Das sind die schönsten Reiseziele.
Traumstrände und tropische Regenwälder, viel Sonnenschein und freundliche Menschen – an erholsamen Attributen für gestresste Ferienmacher fehlt es in der Karibik nicht. Dies haben die Kreuzfahrt-Reedereien schon vor einigen Jahrzehnten entdeckt – in der Karibik wurde das Konzept der modernen Seereisen «zum reinen Vergnügen» erfunden.
Heute gibt es eine Vielzahl von Schiffen, die meist ganzjährig regelmässig ab Häfen in Florida (vor allem Miami und Fort Lauderdale) oder ab karibischen Inseln (z.B. Puerto Rico, Dominikanische Republik oder Barbados) nach Zielen in der Karibik auslaufen. Die Angebots-Palette reicht von 3- über 7- bis zu 10- oder gar 14-tägigen Fahrten; als beste Reisezeit werden die Wintermonate bezeichnet. Die Seereisen führen entweder in die östliche Karibik (mit Mexiko), in die westliche Karibik (mit den Kleinen Antillen) oder in die südliche Karibik (mit den Südamerika vorgelagerten Inseln). Welche Häfen und Inseln werden dabei angelaufen? Hier eine Auswahl beliebter Cruise-Ziele in der Karibik.
Östliche Karibik
St. Thomas, US Virgin Islands: Von Christoph Columbus entdeckt, war die Insel lange eine dänische Kolonie und wurde 1917 an die USA verkauft. Der Hauptort heisst Charlotte Amalie – dort legen die Cruiseliner an. Charlotte Amalie ist mit ihren vielen Duty-Free Geschäften ein Shopping-Paradies. Für Eintages-Besucher lohnt sich zudem eine Fahrt auf den Mountain Top, der höchsten Erhebung der Insel mit herrlichem Rundumblick. Oder ein Beach-Ausflug zur Magen’s Bay, die zu den 10 schönsten Stränden der Welt gezählt wird. Die geschützte Nachbarinsel Saint John begeistert mit unberührtem Regenwald und Traumstränden.
Antigua: Für jeden Tag des Jahres soll es auf Antigua einen Strand geben – nämlich deren 365. Berühmt ist etwa die Runaway Beach mit ihrem puderweissen Sand. Die einstige britische Kolonie präsentiert sich beschaulich und landschaftlich reizvoll: Palmen-, Ananas- und Baumwollfelder liegen an den Abhängen des Vulkans Mount Misery, auf einer Fahrt über die Insel lassen sich Zuckermühlen und malerische Fischerdörfer besuchen. Die Kreuzfahrtschiffe legen im geschäftigen Hafen der Hauptstadt St. Johns an; von dort führt das Labyrinth schmaler Gassen durch die Altstadt den Hügel hinauf bis zu den Türmen der St. Johns Cathedral. Ein must ist der Besuch der berühmten historischen Hafenanlagen des English Harbour mit dem im 18. Jahrhundert von Admiral Nelson angelegten Dockyard.
St. Lucia: Die Pitons sind das Wahrzeichen der Insel – markante Vulkankegel, die für jeden Wanderer eine Herausforderung darstellen. St. Lucia ist eine tropische Trauminsel mit grünen Berghängen, dichtem Regenwald, weissen Sandstränden und riesigen Bananen-Plantagen.
Der Hauptort Castries, Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe, versprüht viel karibischen Charme. Auf einer Inselrundfahrt lohnt sich der Besuch der kleinen Hafenstadt Soufrière, ein Abstecher zur Marigot Bay – für viele eine der schönsten Buchten der Karibik – oder zu den Schwefelquellen der Sulphur Springs. Per Katamaran entlang der Westküste lassen sich die Fischerdörfer Anse la Raye und Canaries entdecken.
Westliche Karibik
Jamaika: Mit fast drei Millionen Einwohnern ist Jamaika eine der grössten karibischen Inseln – und eine tropische Welt für sich: Reggae, Rum und Rastafaris, nebelverhangene Berge, üppige Vegetation, weisse Sandstrände – Jamaika schillert in den verschiedensten Farben. Die Kreuzfahrtschiffe legen an der Nordküste in Ocho Rios, Montego Bay oder Falmouth an, wo die Landschaft durch Rinderfarmen und Zuckerplantagen geprägt wird. Dem Eintagesbesucher bieten sich Sport, Strand oder Ausflüge an: Zum Beispiel bei Ocho Rios die populären Dunn’s River Falls, ein gemütliches Holzfloss-Rafting auf dem malerischen Martha Brae oder der Besuch einer alten Plantage.
Grand Cayman: Einst ein berüchtigtes Piratennest, ist Grand Cayman heute eines der beliebtesten Reiseziele in der Karibik. Der Hafen der Hauptstadt George Town ist gesäumt von Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert mit Geschäften, Büros, Museen, Cafés und Bars – und dank vieler Duty-Free-Läden ein Paradies für Shopper. Berühmt ist der feine weisse Sandstrand der Seven Mile Beach, und in Stingray City lässt sich das Füttern von Stachelrochen beobachten. Vielleicht sieht man auf der Fahrt dorthin gar einen Blauen Leguan, der auf Grand Cayman endemisch ist.
Cozumel, Mexiko: Die 15 Kilometer vor der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán gelegene Insel Cozumel ist ein beliebtes touristisches Ziel. Seit Jacques Cousteau ist Cozumel mit ihrem Korallenriff insbesondere auch für Taucher und Schnorchler ein Begriff. Die Zeugen der Maya-Kultur lassen sich mit einer Überfahrt nach Puerto del Carmen auf Yucatàn entdecken: Etwa die einstige Metropole Chichén Itzá mit der 30 Meter hohen Pyramide des Kukulkán. Oder Tulum mit dem El Castillo, der einzigen Maya-Stadt am Meer mit Blick auf die Karibik. An Bedeutung gewinnt übrigens auch der Puerto Costa Maya an einem Küstenstreifen, der durch seine Unberührtheit und Tauchgründe besticht.
Südliche Karibik
Grenada: Die Kreuzfahrtschiffe legen im hübschen Hafen der Hauptstadt St. George’s an, an der Wharf Street säumen sich die Geschäfte und das Fort George lohnt den Ausblick. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, der Boden sehr fruchtbar und von der Natur verwöhnt. Der Duft von Muskatnuss, Zimt und Vanille liegt in der Luft – Granada ist die Gewürzinsel. Der Besuch einer Plantage, Gewürzfarm oder Rumdestillerie sollte man nicht verpassen. Das Innere der Insel ist gebirgig, mit üppigen Regenwäldern, rauschenden Wasserfällen und heissen Quellen. Sehenswert ist insbesondere der Grand Etang Nationalpark mit seinem blauen Kratersee. Aber auch an weissen Puderzuckerstrände mangelt es auf Grenada nicht.
Aruba: Der autonome Staat innerhalb des Königreichs Niederlande gehört zu den ABC-Inseln und liegt nur gerade 25 Kilometer vor der südamerikanischen Küste. Die Insel ist weitgehend flach, im Westen erstrecken sich kilometerlange Sandstrände. Die Vegetation wir durch üppige Kakteen, Aloepflanzen und die typischen, windgebeugten Divi-Divi-Bäume geprägt – der Nationalpark Arikok bietet packende Einblicke. Die Hauptstadt Oranjestad lässt mit ihren farbenfrohen Kolonialbauten das holländische Erbe aufleben und vibriert nach dem Inselmotto «One Happy Island» – schliesslich herrscht hier fast das ganze Jahr hindurch Sonnenschein.
Cartagena, Kolumbien: Auf Kreuzfahrten in die südliche Karibik wird oft auch Cartagena angelaufen, einer der wenigen Häfen auf dem südamerikanischen Kontinent. Die Stadt wurde im 16. Jahrhundert durch die Spanier gegründet und war einst wichtiges Zentrum für spanische Einwanderer. Heute gehört die von Stadtmauern umgebene Innenstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO und glänzt mit ihrer kolonialen Architektur. Zentrum ist die Plaza Bolivar mit der Kathedrale und dem Inquisitionspalast (heute ein sehenswertes Museum), und ein herrlicher Blick über die Stadt bietet sich vom Kloser der Jungfrau Candelaria und von der Festung San Felipe.
Beat Eichenberger
Darf es eine Privatinsel sein?
Die meisten wichtigen Kreuzfahrt-Reedereien verfügen in der Karibik über eine eigene Insel oder einen Privatstrand, der exklusiv für ihre Gäste mit einer Beach-Infrastruktur (Restaurant, Strandliegen, Sport etc.) eingerichtet wurde:
• Celebrity Cruises: Catalina Island (Dominikanische Republik)
• Costa Cruises: Serena Cay (Dominikanische Republik)
• Disney Cruises: Castaway Cay (Bahamas)
• Holland America Line: Half Moon Cay (Bahamas)
• MSC Cruises: Cayo Levantado (Dominikanische Republik)
• Norwegian Cruise Line: Great Stirrup Cay (Bahamas)
• Princess Cruises: Princess Cays (Bahamas)
• Royal Caribbean Int.: Coco Cay (Bahamas) und Labadee (Haiti)
