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Mexiko und Hawaii – die Weite des Pazifiks lockt
In Kalifornien beginnen zwei wenig bekannte Schiffsreise-Welten Richtung Westen und Süden: Attraktive Tourismusdestinationen locken.
Für Abwechslung gesorgt. Das Savoy-Bordtheater fasst mehr als 2000 Zuschauer und verfügt über Bühne, Orchestergraben, Kulissen und rückwärtige Räume, die es mit jedem Schauspielhaus an Land aufnehmen. Der Bühnenmeister, der Leiter der Tanzgruppe und der Cruise Director laden an einem Morgen auf See zum Blick hinter die Kulissen ein. Hier erfährt man, warum Szenen in kürzester Zeit wechseln und die Zuschauer den Eindruck erhalten, die Schautruppe sei um ein Vielfaches zahlreicher als sie wirklich ist.
Wer seinen Geist an Bord auf Trab halten will, nimmt teil an den Enrichment Lectures, bereichernden Vorträgen also. Wie man mit Twitter und Facebook umgehen soll, um mit der wirklichen Welt in Kontakt zu kommen, lautete ein Thema. Die Reederei gewann dazu den amerikanischen Buchautor und Seminarleiter Lee Pound für eine aufschlussreiche Präsentation mit vielen Fragen aus dem Publikum. Oder man besucht einen Vitalitäts-Workshop, wo’s ums Vermeiden von Stress, gesundes Leben und gute Ernährung geht.
Drei Stopps in Mexiko. Mehrere Reedereien legen an den drei mexikanischen Häfen Cabo San Lucas, Mazatlan und Puerto Vallarta an, teils in unterschiedlicher Reihenfolge. Die Mariner of the Seas kreuzt wie die Carnival Splendour und die Sapphire Princess ab San Pedro (Los Angeles) vor Baja California und der nördlichen mexikanischen Küste. Etwas aus der Reihe tanzt die Oosterdam von Holland America Line, die bereits in San Diego startet.
Cabo San Lucas ist bekannt durch den Arco, den von Wellen aus dem Felsen geschliffenen Bogen, den man bei der Einfahrt in den natürlichen Hafen von Deck gut ausmachen kann. Das Städtchen selbst ist zu einem reinen Einkaufsort geworden, liegen doch bis zu drei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig vor Reede.
Mazataln hat da mehr zu bieten, setzt man sich auf eigene Faust von den organisierten Ausflügen in den modernen Stadtteil Zona Dorada ab und durchstreift man zu Fuss das historisch gewachsene Old Mazatlan. Lauschige Plätze, einladende Kaffees unter grossen Arkaden locken zum Verweilen und ein Museum im Haus der Canobbio Family gibt Einblick ins Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Kochschule an Bord. Das Essen ist auf jedem Kreuzfahrtschiff grundsätzlich ein zentrales Thema; dieses Mal fährt ein Team der amerikanische Kochschule Chefmakers mit und erteilt Unterricht. Während drei Stunden üben Gäste den Einsatz von scharfen Küchenmessern und höhlen Kürbisse aus, experimentieren mit Tapas und Cocktails, lernen schmackhafte Eintöpfe zubereiten und kommen in einer der Schiffsküchen den Geheimnissen der Hühnerverarbeitung auf die Spur. Am Schluss probiert man die Kreationen dann auch aus.
Wenn’s an Deck zu zügig oder dunkel wird, dann lockt die Royal Promenade im Innern des Schiffs mit Juwelierladen, Boutiquen, Ess- und Trinklokalen. In einer Ecke «verschönert» eine Tattoo-Künstlerin auf Wunsch und gegen Bares die meisten Körperteile – allerdings halten die bunten Bildchen nur bis zum Ende der Ferien. Auf der Suche nach einem Buch bietet der Drugstore an Bord bloss einige Krimis – dafür hält die Bibliothek zwei Decks höher einiges an Zeit verkürzender Lektüre bereit: Sowohl die Reederei wie frühere Passagiere haben eine sprachlich und inhaltliche Weltreise an Titeln zusammengefügt. Schönster Aufenthaltsort an der Promenade ist die Vintage Winebar, wo eine breite Auswahl an köstlichen Weinen aus der Neuen Welt ausgeschenkt wird.
Mexikanischer Alltag. Puerta Vallarta schliesslich ist – nach Acapulco – wohl die wichtigste Touristendestination Mexikos am Pazifik. Statt mit dem klimatisierten Tourbus für teures Geld ins Städtchen zu fahren, kann man direkt am Hafeneingang einen der unzähligen lokalen Busse besteigen und für 75 Pesos ein bisschen mexikanischen Alltag erleben. Zwar sind die Sitze hart und die Strasse holprig, aber die kurze Fahrt vermittelt einiges mehr als sterile Klimatisierung. Eine Wanderung entlang der Meerpromenade lohnt sich, ist sie doch mit unzähligen Kunstwerken einheimischer Artisten geschmückt. Viele Restaurants und Bars besitzen einen oberen Stock, von wo aus sich das geschäftige Treiben der Touristen und des omnipräsenten Verkehrs bestens beobachten lässt.
Kurt Metz
Ab Los Angeles geht’s alle zwei Wochen mit der Golden Princess nach Hawaii.Vancouver ist der Ausgangshafen für die Carnival Spirit und die Rhapsody of the Seas von Royal Caribbean, die allerdings nur ein oder zwei Mal pro Jahr dieses Routing anbieten. Einen Stopp auf dem Weg nach Tahiti macht im Inselarchipel die Royal Princess. Rund um Hawaii kreuzt im Wochenrhythmus die Pride of America von Norwegian Cruise Line ab Honolulu. Big Island bietet mit einem noch aktiven Vulkan von der See aus ein faszinierend-gespenstiges Bild, weil beim Einfluss der Lava ins Meer eine riesige Dampfwolke entsteht. Hier werden meist zwei Häfen angefahren, Hilo für das Naturschutzgebiet und Kona, wo beispielsweise die Makademia-Nussfarm von Mauna Loa lockt. Maui ist die Stranddestination mit den tollen Hotelanlagen rund um Lahaina. Kauai, das nördlichste und damit das älteste Eiland, nennt sich zu Recht die Garteninsel. Schliesslich bildet Oahu mit der Millionenhauptstadt Honolulu und dem berühmten Strand von Waikiki meist den Beginn oder Abschluss einer Hawaii-Kreuzfahrt.
